Patt im Titelduell zwischen Devils und Wikingern

 

Erstes Finale der Speedway-Bundesliga 2019 endet 42:42 und leichtem strategischem Vorteil der Brokstedt Wikinger

 

Für schwache Nerven war das erste Aufeinandertreffen der diesjährigen Konkurrenten um den Meistertitel in

der Speedway-Bundesliga am Sonntag beim AC Landshut wirklich nichts. Vor 3.050 Zuschauern lagen die ausfall-

geschwächten Gastgeber kurz in Führung, glichen einen Rückstand aus und gehen nun mit Gleichstand in das alles

entscheidende zweite Finale am 3. Oktober in Brokstedt.

Doch der Reihe nach. Wie nervös beide Seiten waren, machte sich schon beim Start zum allerersten Lauf bemerkbar,

als sowohl Viktor Kulakov von den Devils als auch Rune Holta von den Wikingern in der Grünphase „zuckten“ und

eine Verwarnung kassierten. Den Sieg nach Neustart holte sich der junge Russe ungefährdet, dahinter dann Holta

und Dilger von den Gästen vor Mark Riss. Nicht viel anders sah es auch im zweiten und dritten Durchgang aus, wobei

in letzterem Valentin Grobauer nach verlorenem Start in der zweiten Kurve beherzt an Norik Blödorn vorbeizog und

die Führung nicht mehr aus der Hand gab. In Heat 4 lagen die Devils lange auf 4:2 Kurs, bis Sandro Wassermann im

letzten Durchgang noch von Norik Blödorn eingeholt wurde, was wieder ein Unentschieden bedeutete. Eine knappe

Führung von 2 Punkten gelang dem Titelverteidiger dann im nächsten Heat, in dem Viktor Kulakov sich erfolgreich

gegen die anhaltenden Attacken von Timo Lahti zur Wehr setzte. Doch wie gewonnen, so zerronnen – schon im

nächsten Lauf glichen die Wikinger wieder aus, nachdem Valentin Grobauer nach gewonnenem Start zu weit nach

draußen getragen wurde, sich danach auf Platz 3 wiederfand und nochmal einen Platz aufholte. In Heat 7 dann gelang

es den Gästen erstmals, mit 2 Punkten in Führung zu gehen, die sie dank dreier darauffolgender Unentschieden bis

nach Heat 10 behaupten konnten. Unglücklich für die Devils vor allem Heat 10, als sich Katt und Wassermann ins

Gehege kamen, letzterer stürzte und Katt zum Rerun nicht mehr zugelassen wurde. Doch Wassermann, im zweiten

Renneinsatz seit seiner Verletzung Ende Juli, bewies Nervenstärke und holte einen Start-Ziel-Sieg, stets heftig

attackiert vom erst 15-jährigen Norick Blödorn, der bei seiner Premiere auf der Landshuter Bahn immerhin 8 Punkte

einfuhr. Mehr wäre auch in Heat 11 für die Devils drin gewesen, als Valentin Grobauer den ersten Start gewonnen

hatte, jedoch Mark Riss nach Fremdeinwirkung von Max Dilger zu Sturz kam. Im Rerun gewann Riss den Start,

Grobauer lag bis kurz vor Zieleinfahrt auf zweiter Position, bis er noch von Lukas Fienhage abgefangen wurde.

Die nachfolgenden Läufe endeten dann wiederum 3:3, so daß der Endstand nach 14 Läufen 42:42 lautete.

„Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele Unentschieden gesehen zu haben, insbesondere in einem Finale“,

kommentierte ACL-Vorstand Gerald Simbeck nach dem Rennen. „Das war heute schon eine verrückte Sache.“

Aufgrund des ausgeglichenen Ergebnisses kamen die Zuschauer noch in den Genuß eines Extra-Rennens, da

Schiedsrichter Christian Froschauer vor den beiden Finalläufen per Stadionsprecher auf eine Besonderheit des

Reglements aufmerksam gemacht hatte: Für den Fall, daß das zweite Finalrennen in Brokstedt am kommenden

Donnerstag nicht gefahren werden könne – z. B. wegen schlechter Witterungs- und Bahnverhältnisse -, müsse es

 in Landshut einen Sieger geben. Daher sei noch ein Stechen zu fahren, dessen Ergebnis egalisiert ist, wenn das

Rennen in Brokstedt stattfindet.

Hier traten erwartungsgemäß die beiden punktbesten Fahrer der Teams, Vaclav Milik – trotz Sturz am Vorabend

 beim SEC-Finale in Topform – und Timo Lahti, an. Zwar zeigte Lahti anfangs Nerven und verursachte einen Rerun,

setzte sich dann aber gegen den Tschechen durch, so daß die Brokstedter hier den Sieg mit nach Hause nehmen

konnten und einen leichten strategischen Vorteil gegenüber den Devils haben.

Dennoch ist man im Lager des Rekordmeisters kampfeslustig: „Wir hatten uns ja erhofft, hier heute ein kleines

Punktepolster einfahren zu können, wohl wissend natürlich, daß das ohne Martin Smolinski und mit zwei Fahrern,

die erst letzte Woche aus der Verletzungspause zurückgekehrt sind, extrem schwierig werden würde. Leider haben

wir heute insbesondere auf den C-Positionen viele Punkte liegen lassen, die in der Endabrechnung fehlen“, analysiert

Teammanager Klaus Zwerschina. „Doch noch ist alles offen, und ich erwarte auch für das Rückrennen in Brokstedt

ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen.“

Nachdem die Brokstedter aller Wahrscheinlichkeit nach dann auch wieder auf B auf Kai Huckenbeck zurückgreifen

können werden, während die Landshuter in derselben Aufstellung wie am Sonntag antreten, wartet eine wahrhaft

höllische Aufgabe auf die Devils.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ergebnis im Einzelnen:

AC Landshut „Devils“ - 42 Pkt.

Viktor Kulakov (3,3,3,0,3) – 12 Vaclav Milik (2,3,3,3,3) – 14 Mark Riss (0,1,0,3,0) – 4 Valentin Grobauer (3,2,2,1,0) – 8 Sandro Wassermann (1*,0,0,3) - 4+1 Stephan Katt (0,-,-,d) – 0 Jonas Wilke (0,F/d) - 0

MSC Brokstedt „Wikinger“ - 42 Pkt.

  1. Rune Holta (2,3,2,1*,2) - 10+1 12. Timo Lahti (3,2,3,2,2) – 12 13. Max Dilger (1*,1,1*,d) - 3+2 14. Lukas Fienhage (1*,2,1*,2,1*) - 7+3 15. Danny Maaßen (0,0,1,1) – 2 16. Norick Blödorn (2,1*,2,2,1*) - 8+2

Lauf 1: Kulakov, Holta, Dilger, Riss 3:3 Lauf 2: Lahti, Milik, Wassermann, Maaßen 3:3 (6:6) Lauf 3: Grobauer, Blödorn, Fienhage, Katt 3:3 (9:9) Lauf 4: Milik, Fienhage, Blödorn, Wassermann 3:3 (12:12) Lauf 5: Kulakov, Lahti, Riss, Maaßen 4:2 (16:14) Lauf 6: Holta, Grobauer, Dilger, Wilke 2:4 (18:18) Lauf 7: Lahti, Grobauer, Maaßen, Wilke (Sturz/EX) 2:4 (20:22) Lauf 8: Milik, Holta, Dilger, Wassermann 3:3 (23:25) Lauf 9: Kulakov, Blödorn, Fienhage, Riss 3:3 (26:28) Lauf 10: Wassermann, Blödorn, Maaßen, Katt (EX) 3:3 (29:31) Lauf 11: Riss, Fienhage, Grobauer, Dilger (EX) 4:2 (33:33) Lauf 12: Milik, Lahti, Holta, Kulakov 3:3 (36:36) Lauf 13: Kulakov, Holta, Blödorn, Riss 3:3 (39:39) Lauf 14: Milik, Lahti, Fienhage, Grobauer 3:3 (42:42) Stechen: Lahti, Milik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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