Rekordmeister sichert sich Titelverteidigung

Foto: Niklas Breu

AC Landshut Devils lassen bei den Wittstock Wöfen nichts anbrennen und machen mit Titel Nummer 19 gleichzeitig auch den Hattrick klar

Souveräner Auswärtssieg des Rekordmeisters auf dem Heidering mit 10 Punkten Vorsprung

Der neue Deutsche Speedwaymeister ist der alte – die AC Landshut Devils ließen im Wittstocker Wolfsbau nichts anbrennen und sicherten sich verdient den dritten Titel in Folge nach 2016 und 2017.

Mit einem satten Vorsprung von 12 Punkten aus dem Heimrennen ins Brandenburgische gereist, hieß es dennoch, von Anfang an darauf zu achten, dieses Punktepolster nicht abschmelzen zu lassen. Die Wölfe jedoch mußten von Anfang an punkten, um noch eine rechnerische Chance zu haben.

Selten hat man wohl in einem Bundesligafinale zum Anfang der Begegnung so viele 3:3 gesehen wie in diesem Rennen – Heat 1 bis 5 brachten dieses Ergebnis, wobei die Siegesbilanz 3:2 für die Devils stand. In Heat 1 waren Leon Madsen und Valentin Grobauer zeitweise auf 4:2 Kurs, bevor sich Valentin Grobauer zuletzt noch Rafal Okoniewski geschlagen geben mußte. In Heat 3 dann waren die niederbayerischen Teufel sogar erstmals auf 5:1-Kurs, bevor Erik Riss in der letzten Runde Ausgangs der zweiten Kurve zu weit nach Außen getragen wurde und so die Tür für den dahinter lauernden Kevin Wölbert aufmachte. Dieselbe Situation wiederholte sich nochmals in Heat 4. Den ersten Sieg mit 4:2 konnten die Devils in Heat 6 einfahren, was die Wölfe sofort konterten und das Gesamtergebnis wiederum auf Unentschieden brachten. Besonders spannungsvoll waren die Durchgänge 7 bis 9, die von zahlreichen spannenden Positionskämpfen geprägt waren. So konnte sich Martin Smolinski in Heat 7 immer wieder gegen Kevin Wölbert, der ihm sichtlich zeigen wollte, wer der Herr auf dem Heidering ist, die Führung zurückerobern, wurde dann aber im Endspurt um Reifenbreite von diesem abgefangen, während Stephan Katt im Kampf um Platz 3 dasselbe Schicksal gegen Geert Bruinsma, der zum Teil schon abgeschlagen schien, ereilte. In Heat 10 lag Stephan Katt bis zum letzten Durchgang auf Platz 2, wurde dann aber noch auf Platz 3 verwiesen. Mit dem ersten 5:1 des Rennens durch die Wölfe in Heat 11 schmolz der zeitweilige Vorsprung der Devils in der Tageswertung dann wieder auf Gleichstand dahin, bevor ein 5:1 von Leon Madsen und Martin Smolinski gegen Mads Hansen und Rafal Okoniewski noch vor den beiden Finalläufen die Sache klar machte. Aber nun wollten es die Devils nochmal wissen und traten auch die beiden Finalläufe noch mit dem Messer zwischen den Zähnen an. Diese endeten mit einem 4:2 für Lukas Baumann und Valentin Grobauer gegen Rafal Okoniewski und Mads Hansen sowie 5:1 für Leon Madsen und Martin Smolinski gegen Michael Härtel und Kevin Wölbert. So lautete die Tagesbilanz schließlich 37:47 zugunsten der Gäste, die sich damit den Meistertitel mit 22 Punkten Vorsprung souverän sicherten und es über den kompletten Rennverlauf niemals zuließen, daß die Wölfe den Vorsprung des Rekordmeisters auch nur verkürzten.

Die Gastgeber waren bereits nach dem ersten Bahndienst etwas gehandicapt, da sich C-Fahrer Steven Mauer vom Rennen abgemeldet hatte. Bester Fahrer bei ihnen wiederum Kevin Wölbert mit 11 Punkten vor dem jungen Dänen Mads Hansen mit 9 Punkten.

Als Überraschungspaket bei den Devils erwies sich zweifelsohne Lukas Baumann, der freundlicherweise von den Nordsternen Stralsund eine Freigabe erhalten hatte, um die Devils im Titelkampf zu unterstützen. Er holte im Rennen der C-Fahrer den Sieg und fuhr auch im „kleinen Finale“ vor Rafal Okoniewski über die Ziellinie.

Dementsprechend zufrieden zeigt man sich bei der Vereins- und Mannschaftsführung mit der Leistung des Youngsters: „Lukas hat sich sofort nahtlos ins Team eingefügt und alles gegeben, Hut ab“, so Teammanager Klaus Zwerschina. „Dieses Ergebnis ist der Wahnsinn“, ergänzt Vereinsvize Gerald Simbeck. „Wir hatten auf einen knappen Vorsprung gehofft, der zur Titelverteidigung reichen würde, da Wittstock über die Vorrunde hinweg wirklich sehr stark aufgefahren ist und die komplette Mannschaft heiß auf die Meisterschaft war. Wir wußten von Anfang an, daß es insbesondere auf dem Heidering schwer werden würde, sie zu schlagen. Alle unsere Fahrer und das Teammanagement um Klaus Zwerschina und Stefan Hofmeister haben einen hervorragenden Job gemacht – darauf sind wir stolz und überglücklich.“

So ist also das Unternehmen „Titelverteidigung“ auch in dieser Saison wieder geglückt, und so konnten die Niederbayern schließlich mit zwei Pokalen im Bus die Heimreise antreten – einen für den Tagessieg und einen für die Meisterschaft 2018.

 

Das Ergebnis im Einzelnen: MSC Wölfe Wittstock - 37 Punkte (71)

Rafal Okoniewski -1,1,2,0,2 (6) Mads Hansen -2,3,3,1,/ (9) Michael Härtel- 2,2,0,2,1 (7) Kevin Wölbert - 3,2,3,3,0 (11) Steven Mauer -1, N (1) Geert Bruinsma -0,R,1,R,2 (3)

AC Landshut Devils – 47 Punkte (93) Leon Madsen - 3,3,1,3,3 (13) Martin Smolinski - 3,3,2,2,2 (12) Valentin Grobauer - 0,1,2,0 (3) Erik Riss - 2,2,3,1,1 (9) Stephan Katt - 0,0,0,1 (1) Lukas Baumann - 1,1,1,3,3 (9)

Lauf 1: Madsen, Härtel, Okoniewski, Grobauer 3:3 Lauf 2: Smolinski, Hansen, Mauer, Katt 3:3 (6:6) Lauf 3: Wölbert, Riss, Baumann, Bruinsma 3:3 (9:9) Lauf 4: Hansen, Riss, Baumann, Mauer (M) 3:3 (12:12) Lauf 5: Smolinski, Härtel, Okoniewski, Katt 3:3 (15:15) Lauf 6: Madsen, Wölbert, Grobauer, Bruinsma (R) 2:4 (17:19) Lauf 7: Wölbert, Smolinski, Bruinsma, Katt 4:2 (21:21) Lauf 8: Hansen, Grobauer, Madsen, Bruinsma (R) 3:3 (24:24) Lauf 9: Riss, Okoniewski, Baumann, Härtel 2:4 (26:28) Lauf 10: Baumann, Bruinsma, Katt 2:4 (28:32) Lauf 11: Wölbert, Härtel, Riss, Grobauer 5:1 (33:33) Lauf 12: Madsen, Smolinski, Hansen, Okoniewski 1:5 (34:38) Lauf 13: Baumann, Okoniewski, Riss 2:4 (36:42) Lauf 14: Madsen, Smolinski, Härtel, Wölbert 1:5 (37:47)

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