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AC Landshut Devils holen sich den DMSB Speedway-Paar-Cup 2020
  • AC Landshut Devils holen sich den DMSB Speedway-Paar-Cup 2020
von Claudia Patzak
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Viele Ungewißheiten standen mit der Austragung des zweiten und letzten Saisonrennens beim AC Landshut in
Verbindung. Zunächst hoffte man darauf, das Rennen mit einer limitierten Anzahl an Zuschauern stattfinden lassen
zu dürfen. Als die Genehmigung endlich da war, führte die ungewisse Wettervorhersage zur Verschiebung vom 10.
auf den 24. Oktober. In den Tagen unmittelbar vor dem Rennen ließen dann die stetig steigenden Infektionszahlen
die Sorgen der Verantwortlichen wieder anwachsen. Und letztlich,  als wäre dies alles noch nicht genug gewesen, s
sorgten unvorhergesehene Regenfälle am Freitag vor dem Rennen zu schwierigen Bahnverhältnissen, die eine
Verschiebung des Starts von 14 Uhr auf 17 Uhr erforderlich machten.

 

„Auch wenn nicht alle Zuschauer Verständnis für die Verschiebung gezeigt haben – letztlich hat die erfolgreiche
Durchführung des Rennens am Ende gezeigt, daß es die richtige Entscheidung war“, kommentiert die 2. Vorsitzende und Rennleiterin Kerstin Rudolph die Situation. „Unsere Funktionäre haben alles darangesetzt, für die teilnehmenden Fahrer
akzetpable und sichere Bahnverhältnisse herzustellen, und daß es letztlich auch gelungen ist, macht uns stolz.“

 

Die Zuschauer, die bis zum verspäteten Rennbeginn ausgeharrt hatten, durften dann tatsächlich einen spannenden
Paarcup erleben, bei dem die Mannschaft des Gastgebers von Anfang auch vorne mit dabei war und das Rennen erst
im letzten Lauf entschieden wurde. Michael Härtel und Valentin Grobauer gelang es mit Ausnahme ihres Laufes gegen
die Güstrow Torros stets, die vier Punkte für den Rennsieg einzufahren. Nachdem auch der zweite Fahrer des Landshuter
Paares stets die Punkteränge belegte, füllte man das Punktekonto stetig. Wichtig waren aus Sicht der Devils vor allem
Michael Härtels Überholmanöver in der letzten Runde von Heat 8, als er dem bis dato in Führung liegenden Max Dilger
von den Herxheim Drifters den Sieg wegschnappte, sowie ein etwas unerwartetes 6:3 gegen Titelverteidiger
Cloppenburg in Heat 13, dem letzten der Devils. Obwohl Cloppenburg zu diesem Zeitpunkt einen Lauf weniger gefahren
war, hatten sie doch schon so viele Punkte eingebüßt, daß sie auch mit einem möglichen Maximalergebnis von 7:2 in
ihrem letzten Lauf nicht mehr auf die Gesamtpunktzahl der Landshuter gekommen wären. Gefährlich werden hätten dem Gastgeber nur noch die Toros aus Güstrow werden können, für die Kevin Wölbert, für den verletzten Ben Ernst
eingesprungen, der Topscorer war – Wölbert blieb als einziger Fahrer des Abends ungeschlagen und ging mit der
Maximalpunktzahl von 20 nach Hause. Diese hätten ihrerseits mit Platz 1 und 2 in ihrem abschließenden Lauf gegen die Cloppenburger mit den Landshutern gleichziehen können, so daß ein Stechen notwendig geworden wäre. Doch hier
leistete Langbahn-Weltmeister Lukas Fienhage den Devils insofern Schützenhilfe, als er sich vor dem zweiten Güstrower
Fahrer Lukas Baumann auf Platz 2 setzte, was in Summe dann „nur“ 30 Punkte für die Toros und somit Platz 1 für die Devils bedeutete.

 

„Natürlich freuen wir uns ganz besonders, daß wir das einzige Prädikat im deutschen Speedway in diesem Jahr gewinnen
konnten. Vale und Michi haben als Paar großartig harmoniert. Julian Bielmeier, unserer Ersatzfahrer, hat sich auf der
ungeliebten Reserveposition nicht zurückgelehnt, sondern sich immer mit Schulterklopfern und aufmunternden Worten
zu 100% ins Team eingebracht“, lobt Teammanager Klaus Zwerschina den Zusammenhalt in seiner Truppe. „Wir sind
alle Sportler und wollen gewinnen, doch heute hat dieses Rennen auch ein Ausrufezeichen gesetzt und der Republik
gezeigt, daß es unseren Sport in Deutschland noch gibt. Hier waren sich alle Teammanager einig, und dementsprechend
gut war auch die Zusammenarbeit untereinander.“

 

Erstmals erprobte der AC Landshut bei einem Rennen auch einen Livestream, der positive Resonanz fand. Für den
Verein eine wichtige Erkenntnis für die Saison 2021, denn es ist davon auszugehen, daß diese noch von ähnlichen
Einschränkungen wie 2020 betroffen sein wird. Ein weiteres Jahr ohne die Möglichkeit, Rennen durchzuführen, könnte
sich für Speedway in Deutschland, das ohnehin eine Randsportart darstellt, als Todesstoß erweisen. Mit Livestreams
hofft man, die Rennen weiterhin zu den Fans bringen zu können, auch wenn für Sportveranstaltungen eventuell wieder Publikumsbeschränkungen gelten sollten.

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